Häftling erhängt sich in der JVA Dortmund

Ein 44-jähriger Häftling hat sich in der Nacht zu Sonntag in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Dortmund das Leben genommen. Nach Angaben der Behördenleitung habe es zuvor keinerlei Hinweise auf eine Selbstmordgefährdung gegeben. Der Mann war nur für das Wochenende ins Dortmunder Gefängnis gebracht worden.

Laut Ruhrnachrichten haben Mitarbeiter der JVA Dortmund einen 44-jährigen Mann tot in dessen Einzelhaftraum aufgefunden. Der Mann hatte sich nachts mit seinem Gürtel erhängt. Es war der erste Suizidfall in diesem Jahr im Dortmunder Gefängnis. 

Keinen Abschiedsbrief in der Zelle gefunden

Nach Angaben des JVA-Leiters Ralf Bothge riefen Gefängnis-Mitarbeiter am Sonntagmorgen den Notarzt, der nur noch den Tod des 44-Jährigen feststellen konnte. Der Notarzt habe keine Fremdeinwirkung festgestellt, sagte Bothge am Montag gegenüber dieser Redaktion; ein Abschiedsbrief sei in der Zelle nicht gefunden worden. 

Wie in derartigen Fällen üblich, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft, ob es tatsächlich ein Fall von Suizid war. Im Jahr 2016 gab es einen Suizidfall in der JVA Dortmund, ebenso im Jahr 2015. 

Über alle Justizvollzugsanstalten in Nordrhein-Westfalen hinweg sei es im Jahr 2017 bislang zu sieben Suiziden von Gefangenen gekommen, teilte ein Sprecher des NRW-Justizministeriums am Montag auf Anfrage der Ruhrnachrichten mit. Es könne ein Rückgang festgestellt werden: Im Vergleichszeitraum des Vorjahres seien 13 Fälle zu verzeichnen gewesen. 

Häftling wurde nur für das Wochenende nach Dortmund verlegt

Der 44-jährige Mann, der zuletzt in Dortmund gemeldet war, saß schon einige Zeit in Haft – allerdings eigentlich nicht in Dortmund. Laut Bothge verbüßte er unter anderem wegen Diebstahlsdelikten mehrere Freiheitsstrafen von insgesamt 17 Monaten in der JVA Bielefeld-Senne, einer Anstalt des offenen Vollzugs. 

Am Freitag (1.9.) wurde der Mann für das Wochenende nach Dortmund verlegt, um am Montagmorgen (4.9.) schneller zu einem Hauptverhandlungstermin vor dem Amtsgericht Dortmund erscheinen zu können. Gefangene vor Gerichtsverfahren in Gefängnisse in der Nähe des Verhandlungsortes zu verlegen, sei ein übliches Prozedere, sagte Bothge. 

Vor dem Dortmunder Amtsgericht hätte sich der 44-Jährige dem Vorwurf des gewerbsmäßigen Diebstahls stellen müssen, sagte auf Anfrage Gerichtssprecher Jan Schwengers. Wegen seiner Vorstrafen hätte der Angeklagte mit einer „empfindlichen“ weiteren Strafe rechnen müssen, sagte Schwengers. Daher sei die Verhandlung vor dem Schöffengericht angesetzt gewesen. 

Nach dem Tod des Angeklagten wird das Verfahren nun eingestellt. 

Häftling erhängt sich in der JVA Dortmund

Post Author: Sternmone

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