Aus dem Kuriositätenkabinett: Haftbefehl wegen 30 Euro und Solidarität unter kriminellen Berufskollegen

Wieder mal so ein Fall für das Kuriositätenbuch der Essener Bundespolizei. Zwei Fälle, die eigentlich gar nichts miteinander zu tun hatten. „Offensichtlich muss es so etwas wie Solidarität unter Straftätern geben“, staunt die Bundespolizei St. Augustin.

So geschehen am Sonntagnachmittag (13. August) im Essener Hauptbahnhof. Taschendiebstahlsfahnder der Bundespolizei hatten ein Diebstahlstrio aus Südosteuropa überführt. Die drei Frauen (18/33/38) hatten einem 61-jährigen Mann aus Bochum die Geldbörse gestohlen und konnten durch die zivilen Bundespolizisten im Zug festgenommen werden.

Im Essener Hauptbahnhof wurden sie dann zur Bundespolizeiwache gebracht. Dort befand sich bereits ein 28-jähriger Bochumer. Eine Streife hatte den Mann im Essener Hauptbahnhof überprüft und dabei festgestellt, dass er mit einem Haftbefehl gesucht wurde.

Wegen der „Entziehung elektrischer Energie“ (ungefragt Handy aufgeladen..?) hatte ihn ein Gericht zu einer Geldstrafe von „nur“ 30,- Euro verurteilt.  Gezahlt hatte er die jedoch nie. Weil er dazu auch gestern nicht in der Lage war, sollte er zur Verbüßung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen in eine JVA gebracht werden.

Das Diebstahlstrio, welches aus Bosnien-Herzegowina stammt, berührte das Schicksal des Bochumers offensichtlich. Die drei Frauen erklärten sich bereit, die 30,- Euro Geldstrafe für den 28-Jährigen zu entrichten.

Dieser durfte die Wache daraufhin als freier Mann wieder verlassen.

Das gleiche taten die drei Frauen später auch. Auf Grund fehlender Haftgründe (Fester Wohnsitz in Oberhausen und Köln) mussten sie später entlassen werden. Die Bundespolizei leitete ein Strafverfahren wegen gewerbsmäßigen Diebstahls ein.

Dem 61-jährigen Bochumer blieb ein Schaden von mehr als 300,- Euro erspart.

Post Author: Redaktion

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