Muslimischer Polizist – War der Handschlag-Eklat absehbar?

Der Fall des Polizeibeamten, der bei der internen Feier zu seiner Beförderung in der Inspektion Montabaur aus religiösen Gründen einer Kollegin den Handschlag bei der Gratulation zu seinem Aufstieg verweigerte, wirft weiter Fragen auf. War der unerwartete Eklat vor dem 18. Mai für das Mainzer Innenministerium und Führungskräfte der Polizei wirklich so unvorhersehbar gewesen.

Laut Rhein-Zeitung  engagiert sich der Beamte in der als relativ liberal geltenden Ahmadiyya Muslim-Gemeinschaft, auch als regionaler Jugendleiter und Landesbeauftragter.

In dieser Funktion hat er im Gespräch mit einem Wochenblatt in Trier auch Anfang März und damit vor seiner Beförderung genau erklärt, warum er zur Begrüßung seine Hand auf sein Herz drückt, sie aber seinem Gegenüber nicht reicht.

In dem Interview mit dem Wochenblatt Trier zum Thema:

Ahmadiyya Muslim Gemeinschaft will Aufklärungsarbeit leisten

sagte Navid Ahmed das er  gläubiger Moslem ist.

Laut Wochenbatt Trier:  Zur Begrüßung nickt er und drückt die Hand aufs Herz. Einen Handschlag gibt es nicht.

„Männer und Frauen, die weder verwandt noch verheiratet sind, sollten sich seiner Überzeugung nach nicht berühren. Dass im westlichen Kulturkreis die Handverweigerung als Zeichen der Respektlosigkeit gewertet wird, versteht Ahmed. Er betont aber, dass es nicht so gemeint ist.“

Kritiker werten das gerne als mangelnden Integrationswillen, Navid Ahmed sieht das anders.

Ist innerhalb der Polizei niemand aufmerksam geworden, obwohl der 31-Jährige in dem Text auch als Polizeibeamter aus Montabaur vorgestellt worden ist incl. seinem Namen?

Galt ein klärendes Gespräch nicht für notwendig, weil der Mann als pflichtbewusst und als Musterbeispiel für eine gelungene Integration galt?

Mit seinem Foto wird schließlich mit weiteren Beamten auch für den Bachelorstudiengang geworben.

Das Mainzer Innenministerium erklärt auf Anfrage von Rhein-Zeitung dazu, dass der Leitung des Polizeipräsidiums Koblenz der Zeitungsbericht vom März „bisher nicht bekannt“ war. Jetzt werde aber „die Publikation – und damit die bekannt gemachte Position des Beamten – in die disziplinarrechtliche Bewertung mit aufgenommen“.

Neutralität ist Pflicht

Zu der Frage, ob der Fall die Maßstäbe bei der Auswahl künftiger Polizeianwärter verändern könnte, erklärt das Innenministerium laut Rhein-Zeitung:

„Erklärtes Ziel der rheinland-pfälzischen Landesregierung ist es, auch Ausländer und Deutsche mit Migrationshintergrund in den Polizeidienst einzustellen.

Für sie gilt das Gleiche wie für alle anderen Polizisten: Sie sind wegen ihres Berufes Vertreter der staatlichen Ordnung und als solche dem Grundgesetz und der Verfassung des Landes Rheinland-Pfalz verpflichtet.“ Dabei gelte auch: „Unvoreingenommenheit und unparteiisches Auftreten gegenüber allen kulturellen und religiösen Gruppen sind unabdingbare charakterliche Voraussetzung für die Ausübung des Berufs“ innerhalb der Polizei.

Die Tatsache, dass ein Disziplinarverfahren eingeleitet wurde, zeige dem Betroffenen, dem Kollegenkreis, „aber auch außenstehenden Dritten, dass ein solches Verhalten im Bereich der Polizei nicht geduldet wird“.

Welche Konsequenz es aber hat, ist noch offen.

Der betroffene Beamte selbst möchte sich zu seinem Fall derzeit nicht äußern, wie er auf Anfrage der Rhein-Zeitung sagt.

Der Handschlag-Eklat in der Polizei ist der erste und wirft Fragen auf.

Quelle: http://www.rhein-zeitung.de

 

 

 

 

Post Author: Sternmone

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