Homophobes Schild in Firmenwagen schockiert auf Parkplatz in Bielefeld

Auf einem Parkplatz in Bielefeld steht ein Firmenwagen mit einem homophoben Schild. 

Ein Bericht, der es sogar von Bielefeld in die Ludwigshafener Presse schaffte. Das ist nicht selbstverständlich.

Dieser Bericht aus der Silvesternacht, der laut Medien lange von der Polizei zurück gehalten wurde, wurde kaum über die Landesgrenzen von Bremen hinaus bekannt. Ein 15  Jähriger wurde zu Tode geprügelt: von zwei 34 und 25 jährigen kurdischstämmigen Männern mit türkischer Staatsangehörigkeit und einem gerade erst 16 jährigen Deutsch-Armenier. http://www.weser-kurier.de/

Nun dieser Firmenwagen mit dem fraglichen Schild.

Mitten auf dem Parkplatz des Tierparks Olderdissen in Bielefeld stand er.

Ein Firmenwagen des „Flugzeugservice Willy Ader LTB“. An sich nichts Spektakuläres, wenn da nicht dieses extrem homophobe Schild in der Rückscheibe gehangen hätte: „Schwule sind krank. Die PO-litik ist für den Arsch“, steht darauf geschrieben.

Das Wortspiel extra mit Großbuchstaben und Bindestrich markiert. Nur kurz nachdem derBundestag die Ehe für alle beschlossen hatte, sah Stefan K. das Plakat, machte ein Foto und schickte es an die Neue Westfälische

„Ich habe einige homosexuelle Freunde und wir haben gerade die Ehe für Alle gefeiert“, sagte der Fotograf. Doch das Plakat ist nicht das einzige Symbol an dem Wagen, das man der rechten Szene zuordnen kann. An den Hecktüren sind zudem Aufkleber angebracht. Einer zeigt den Spruch „Odin statt Allah“, der andere eine schwarze Sonne. Letzterer ist allerdings nicht legal. 

Eine dem Sonnenrad im ehemaligen Obergruppen­führersaal der Wewelsburg nachgebildete Darstellung der „Schwarzen Sonne“
Eine dem Sonnenrad im ehemaligen Obergruppen­führersaal der Wewelsburg nachgebildete Darstellung der „Schwarzen Sonne“ Bild Wikepedia

Inhaber bestreitet Aufkleber nicht

Der Besitzer der Firma, Willy Ader, bestritt nicht, die Aufkleber am Fahrzeug zu haben. Jedoch sei das Plakat nicht von ihm angebracht worden. Er habe zwar keine Erklärung dafür, wie das Plakat ins Auto kam, gab aber zu, dass er es selbst einen Tag später angebracht habe. „Ich habe mich maßlos über das Gesetz Ehe für Alle geärgert und übertrieben“, sagte der 52-Jährige zur NW.

Er stehe dazu, dass ihm wohl eine Grenzziehung des Begriffs gefehlt habe. Man könne ihm aber keinen Rechtsextremismus vorwerfen und die Aufkleber seien inzwischen auch verschwunden.

Man versuche ihn in die Rechte Ecke zu drängen und er distanziere sich von rechtem Gedankengut. „Ich lasse mir aber nicht nehmen, meine Meinung zu sagen oder zu glauben, woran ich glauben möchte“, sagte Ader.

Der Flughafen Paderborn, bei dessen Aders Unternehmen Mieter ist, distanzierte sich ganz klar von der am Wagen angebrachten Meinung. „Jedwede Art von Diskriminierung lehnen wir strikt ab“, sagte Stefan Hensel von der Unternehmenskommunikation. Man prüfe derzeit noch rechtliche Schritte.

Laut Bericht in der NW wird beim Staatsschutz in Bielefeld der Schriftzug ebenfalls nicht als Streich behandelt. Die Ermittlungen wurden aufgenommen. Es besteht der Verdacht der Volksverhetzung. Der Fall wurde der Staatsanwaltschaft zur rechtlichen Prüfung vorgelegt.
Verwendung nicht verboten
Die Verwendung des Symbols schwarze Sonne und der Odin-Schriftzug sind übrigens nicht verboten. Odin ist als Göttervater aus der nordgermanischen Mythologie bekannt.
Die schwarze Sonne ist laut der Bundeszentrale für politische Bildung http://www.bpb.de/ kein historisches Symbol.
Im NS diente die schwarze Sonne, die als ein zwölfarmiges Hakenkreuz oder als Rad aus zwölf Sig-Runen gedeutet werden kann, der SS als Sinnbild einer nordisch-heidnischen Religion und eines vorgeblich uralten geheimen Wissens. In der SS-Kultstätte Wewelsburg ist die Schwarze Sonne als Bodenmosaik „verewigt“. Heute symbolisiert sie in extrem rechten Kreisen die „Verbundenheit mit der eigenen Art und mit den arteigenen Wertvorstellungen“.
Entgegen mancher Behauptungen aus der rechten Szene ist die Schwarze Sonne (in gezeigter Darstellung) kein historisches Symbol ,sondern ein Kunstsymbol der SS. In weiten Teilen der extremen Rechten, von Neonazi-Skins, der rechten Dark-Wave-Szene bis hin zur so genannten Neuen Rechten, erfreut sich die Schwarze Sonne nach dem Entwurf der SS hoher Popularität. Sie findet Verwendung als Gruppensymbol, als Schmuckstück, Anstecknadel, Tischdecke, Fahne, Uhrenziffernblatt und T-Shirt-Motiv. Das Symbol ist nicht verboten. 
Quelle https://www.ludwigshafen24.de

Foto: Screenshot Facebook

Dieses homophobe Schild in einem Firmenwagen schockiert
Dieses homophobe Schild in einem Firmenwagen schockiert

Post Author: Sternmone

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