Beispiel Bergkamen: Nur (noch) sehr gebremste Begeisterung über spezielle Projekte für Flüchtlinge

Dass die Willkommensbesoffenheit vom Herbst 2015 längst Ernüchterung gewichen ist, vielfach auch einem ausgewachsenen Kater Platz macht, lässt sich aufschlussreich an Leserreaktionen auf (positive) Flüchtlings-Berichterstattungen ablesen.
Was noch vor eineinhalb Jahren quer durch die allermeisten Medien auf begeisterte Zustimmung stieß – Reportagen über selbstlose Flüchtlingspate vor Ort, Flüchtlingspendenaktionen, Praktika speziell für Flüchtlinge – das wird heute auf Facebook auffällig oft entweder mit Schweigen quittiert (von eingen kurzen Likes – oft spöttischen – abgesehen) oder aber kontrovers diskutiert, häufig verständnislos bis auch offen zornig.
Ein vielleicht exemplarisches Beispiel dafür war heute (3. Juli) in den „Bergkamener Nachrichten“ zu finden, einem Onlineportal mit Sitz in Bergkamen, für das ein ehemaliger WAZ-Redakteur verantwortlich zeichnet und das von daher ausgeprägt linksliberal ausgerichtet ist, passend zum SPD-dominierten Stadtrat und zum SPD-Bürgermeister Roland Schäfer.
Am heutigen Montag erschien auf dem Portal die Ankündigung „Neues Bildungsprojekt für Flüchtlinge“: Es geht darum um ein Projekt, das Flüchtlingen den Start in eine Ausbildung ermöglichen soll.
Im Bildungszentrum Bergkamen von TÜV NORD Bildung stehen ein Jahr lang „berufsbezogener Sprachunterricht, Berufsfelderprobung und Bewerbungsunterstützung auf dem Lehrplan“. Angesprochen sind
„anerkannte Geflüchtete aus Syrien, Somalia, Iran, Irak und Eritrea im Alter von 18 bis 25 Jahren. Die Teilnehmer sollten bereits über Deutschkenntnisse auf dem Sprachniveau B1 verfügen“, nennt die Ankündigung die Bedingungen und fügt hinzu: „Das Projekt wird von der RAG-Stiftung finanziert, für die Teilnehmer fallen keine Kosten an.“
So weit der eigentlich rundum sinnvolle Ansatz, über Qualifizierung Integration zu erleichtern. Dennoch reagieren nur die wenigsten Leser der „Bergkamener Nachrichten“ rundum positiv.
Super, so gelingt Integration“, stimmt eine Leserin zu, „allerdings gleiche Chance für alle und dann passt das auch. Leider haben unseren Leute oft keinen Bock darauf und hängen lieber ab. Wer wirklich will, Arbeit gibt es genug oder woher kommt der Fachleutemangel.“ 
Den Fachkräftemangel gebe es nicht, widerspricht direkt der nächste Kommentator, es sei genau das Gegenteil der Fall:  Deutschland habe ganz klar zu wenig Arbeitsplätze, und mit der Leiharbeit sei der Arbeitsmarkt „auf gut Deutsch gef*** “ worden.
Schade, bedauert eine weitere Leserin mit merklicher Kritik, „dass mein Sohn seit zwei Jahren hört, das ihm kein Bildungsschein zusteht.“ – Ihr Sohn sei halt kein zugereistes Goldstück, also gibt es nichts“, bescheinigt ihr der nächste Schreiber sarkastisch. Andere zeigen ganz offen ihre Abwehr gegen die Zielgruppe dieser Bildungsmaßnahme:  „Sind denn welche dabei, die lesen und schreiben können? Sich an Kinder und Frauen vergreifen, klappt ja!“ Oder: „Genau das haben wir gebraucht, aber die eigenen Leute sind ja egal!“ Überhaupt: Bedeute Flüchtlingshilfe nicht „Schutz auf Zeit“?
Das „Vergleichen und Vergleichen“ mit deutschen Jugendlichen geht einem anderen Schreiber gehörig gegen den Strich, …wie kann man nur so engstirnig sein…“  Doch die Gegner äußern sich vehementer: „Warum wird das nicht für deutsche Jugendliche gemacht“ bis hin zu Und für Deutsche ist kein Geld da. Sämtliche Politiker gehören eingesperrt, wegen Meineid. Zum Wohl des deutschen Volkes, dass ich nicht lache!“
Es wird doch was für deutsche Jugendliche gemacht, widerspricht ein anderer User, man müsse halt auch mal selbst etwas tun, z. B. sich auf eine der zig freien Lehrstellen in Bergkamen bewerben.  Doch „für Deutsche würden bestimmt auch nicht alle Kosten übernommen“, kommt Widerspruch.
Für den nachdrücklichsten Befürworter dieser Maßnahme ist dieses „wenn mir keiner hilft, dann soll auch kein anderer Hilfe bekommen“ Kindergartentheater, doch er bekommt heftige Widerspruch:
„Einfach mal die Augen aufmachen und in der Realität leben. Ich bin mein ganzes Leben doppelt und dreifach arbeiten gegangen und habe nicht auch nur 1 x Unterstützung vom Staat bekommen, hat auch niemanden interessiert, wie ich mich und mein Kind ernähre und groß bekomme.
Wir haben bei uns genügend hilfsbedürftige Bürger, um die sich einen Dreck geschert wird. Und die meisten von den haben auch bereits genug in unsere Kassen eingezahlt.“

Post Author: Redaktion

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