„Lügenpresse“ – leider mehr als rechtpopulistische Propaganda

Warum verlieren Medien an Glaubwürdigkeit?

Immer häufiger werden Zeitungen, öffentlich-rechtliche Radio- und Fernsehsender als „Lügenpresse“ beschimpft. Das ist leider mehr als billige rechtspopulistische Propaganda, auch wenn es diese zweifellos ebenfalls gibt. 

Doch immer wieder tauchen eben auch nachweislich Meldungen auf, die sich mit wohlwollendstem Blick als „Halbwahrheiten“ bezeichnen lassen müssen. Da sind W Fakten schön geschrieben, verdreht oder einfach weggelassen („Lückenpresse“ – das beste Beispiel ist das Weglassen von unbequemen Täternationalitäten in oder aus Polizeiberichten).

Ein recht aktuelles Beispiel von nachgewiesener Lügenpresse findet sich in der Tageszeitung „Die Freie Presse“ am 20.06.2017 unter der Überschrift:

Heute ist Weltflüchtlingstag. Drei Menschen erzählen der „Freien Presse“, wie sie in Westsachsen aufgenommen wurden -und wie sie versuchen, Fuß zu fassen.

Die Geschichten dazu finden sich unter den Titeln:

Wie Geflüchtete in der Region angekommen sind, 

Deutsche Freunde gefunden

Sprachkurs für die Arbeit

Führerschein gemacht

Unter der Rubrik „Führerschein gemacht“ berichtet die Zeitung über eine Libyerin, die sich als offensichtliches Beispiel perfekt gelungener Integration beschreibt. So erzählt sie, dass sie – mit Mann und drei Kindern seit mehreren Jahren in Deutschland – ein Praktikum im Pflegebereich absolviert sowie einen Führerschein gemacht habe, um bei der Arbeitssuche flexibel zu sein. Da sie keine Anstellung als Altenpflegerin oder Kindergärtnerin in der Region gefunden habe, überlege sie nun,  ein Psychologiestudium zu beginnen. „Ich liebe es, Menschen zu helfen“, wird die 38 Jährige zitiert, die in ihrer Freizeit angeblich an Eltern-Kind-Treffen ihrer Gemeinde teilnimmt und es (Zitat) „toll“ findet, „dass sich bei diesen Treffen Muslime und Christen so gut miteinander verständigen können“. Die deutsche Sprache beherrscht sie laut ihrer Erzählung schon fließend, denn sie habe viele deutsche Freunde in der Stadt gefunden.

Wie Geflüchtete in der Region angekommen sind Lügenpresse
Wie Geflüchtete in der Region angekommen sind

Es liest sich wie aus einem Bilderbuch. Man freut sich als Leser, dass diese geflüchtete Frau so gut Fuss gefasst hat, auch beruflich schon in unsere Arbeitswelt hinein geschaut hat und noch sehr viel vor hat im Berufsleben.

Nach mehreren Tagen taucht dann auf einmal im Internet eine Korrespondenz auf in Form von E-Mails zwischen der Tageszeitung „Freie Presse“ und einem Pflegeheim in der Region ( http://www.pflege-pfefferkorn.de/) . Dieses stellt fest, dass die in dem Bericht genannte Libyerin in diesem Heim niemals das behauptete Praktikum absolviert habe. Das Pflegeheim bittet die Tageszeitung um Richtigstellung.

Die Fakten sehen laut dieser Korrespondenz offenbar so aus, dass die 38 Jährige zwar ein Arbeitsverhältnis mit dem Pflegeheim hatte, aber innerhalb von 4 Wochen wieder entlassen wurde, weil sie sich nicht an Vorgaben gehalten haben soll. Ein Praktikum hat sie dort offenbar niemals absolviert. 

Das Pflegeheim bittet um Richtigstellung und um genauere Recherche der Zeitung, da es seinerseits wiederholt dazu aufgefordert wurde, der Frau eine Praktikumsbescheinigung auszustellen – für ein nie absolviertes Praktikum.

E-Mail des Pflegeheimes:

Wie Geflüchtete in der Region angekommen sind
Wie Geflüchtete in der Region angekommen sind

Die Tageszeitung sieht für eine Richtigstellung keinen Anlass.

Das besagte Pflegeheim Pfefferkorn sei in dem Bericht nicht namentlich erwähnt, deswegen sieht die Redaktion keine Veranlassung zu einer Richtigstellung des Artikels. Für die Öffentlichkeit übrig bleibt ein Praktikum (das nie absolviert wurde) statt eines nach 4 Wochen gescheiterten Arbeitsverhältnisses mit Entlassung.

Werden so Wahrheiten verdreht, schön geschrieben, um doch noch die eine oder andere Erfolgsmeldung über Geflüchtete und Migranten verkünden zu können? Leider drängt sich der Eindruck auf. Jüngstes Beispiel war ein Polizeibericht aus Bergkamen über gefundenes Geld durch einen iranischen Zuwanderer – sowohl die Nationalität des Finders wie auch der Status Zuwanderer schienen auf einmal für den Vorfall so relevant zu sein, dass beides in die Polizeimeldung Einlass fand. Wo es hingegen um negative Vorfälle mit bzw. Straftaten durch Zugewanderte und Asylbewerber geht, werden von den meisten Polizeistellen und auch Tageszeitungen die Nationalitäten verschwiegen – da für den Fall „nicht relevant“.

Zurück zum angeblichen Praktikum einer Libyerin. Die Antwort des Pflegeheimes auf die verschiedenen Sichtweisen sei hier deshalb auch nicht vorenthalten:

Durch Anklicken vergrößern:

 

Die Pflegeheimleiterin werde „gegebenenfalls andere Möglichkeiten suchen, diese Falsch-Darstellung öffentlich zu machen und bittet die Tageszeitung, noch mal über ihre Sichtweisen nach zu denken. Fakten sind Fakten.“

Link zum kompletten Zeitungsartikel HIER

In unseren Augen ist es nicht nur traurig, sondern alarmierend und höchst Besorgnis erregend, dass faktisch Fakten verschwiegen werden, schön geschrieben werden oder einfach nur Halbwahrheiten berichtet werden. Der mündige Leser hat das selbstverständliche Recht darauf, sich anhand von Fakten seine eigene Meinung zu bilden.

Warum sind Wahrheiten so ungenehm und werden von Menschen anderer Meinung gar zu schnell mit dem Totschlagargument „Hetze“ diffamiert? Ist es stillschweigende Absprache zwischen „den Medien“ – nicht allen – und der Politik geworden, alles schön zu schreiben,  um die Bevölkerung ruhig zu stellen bzw. aus Furcht davor, den „Gegnern Futter zu geben“?

Ist es da aber ein Wunder, das die Medien da an Glaubwürdigkeit verlieren!

Missstände lassen sich unserer Meinung nach nur beheben, wenn man sie beim Namen nennt.

Die Redaktion

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Syrischer Flüchtling geht in Lünen mit Eisenkette auf Deutsche los

Verschweigen von Täternationalitäten durch Medien

Verschweigen von Täternationalitäten durch die Polizei

Post Author: Redaktion

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