„Ehe für alle“ kommt – CDU-Frauenunion Kreis Unna sieht Gleichberechtigung von Frau und Mann längst noch nicht erreicht

Am heutigen Freitag (30. 6.) wird der Bundestag über die (unter Konservativen) heftig umstrittene „Ehe für alle“ entscheiden. Die CSU wird dagegen stimmen, hat sie bereits angekündigt. Kanzlerin und CDU-Chefin Merkel will den Fraktionszwang aufheben, also die Abstimmung freigeben.
Dagegen stimmen wollen laut eigener Ankündigung auch die heimischen Bundestagsabgeordneten Hubert Hüppe aus Werne und Sylvia Jörrißen aus Hamm.
 
Wie sieht es aber faktisch mit der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau aus?
Darüber hat sich die Schwerter CDU-Ratsfrau und Vorsitzende der Kreis-Frauenunion Bianca Dausend Gedanken gemacht.
„Ob die Ehefrauen in der Bundesrepublik am 1. Juli 1977 ein Freudenfest feiern werden? Das Motto müsste sein: Die HAUSFRAUENehe ist abgeschafft“, so schrieb die „ZEIT“ am 15. Oktober 1976 anlässlich des Inkrafttretens der Reform von Ehe- und Familienrecht damals vor 40 Jahren.Bianca Dausend, Kreisvorsitzende der Frauen Union Kreis Unna: „Bis zum 30. Juni 1977 galt, dass die Frau zur Haushaltsführung und der Mann zum finanziellen Unterhalt der Familie verpflichtet war. Die Ehefrau durfte nur dann berufstätig sein, wenn sie dadurch ihre familiären Pflichten nicht vernachlässigt. Reichten aber die Einkünfte des Mannes nicht zum Unterhalt der Familie, ja dann war die Ehefrau verpflichtet zu arbeiten. Vor 40 Jahren trat dann ein Meilenstein in Kraft: Ehepartner wurden berechtigt, beide berufstätig zu sein. Beide müssen auf die Familie Rücksicht nehmen. Das, was für viele heute selbstverständlich ist, trat in der Bundesrepublik erst vor 40 Jahren in Kraft.

Und dennoch: Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist immer noch nicht voll erreicht. Zuletzt zeigte dies der Zweite Gleichstellungsbericht der Bundesregierung, der vor kurzem veröffentlicht wurde.“

Die „Zeit“ schrieb damals weiter: „Ginge es allein nach dem Gesetz, so hätten Mitte nächsten Jahres alle Ehefrauen die Wahl zwischen Haushalt, Beruf oder einer Kombination aus beidem. In der Praxis haben sie diese Wahlmöglichkeit meistens nicht: Ihre Ausbildung ist schlecht, ihre Berufsaussichten sind schlecht, ihre Bezahlung würde schlecht sein und ihr Selbstvertrauen ist nach einigen Jahren der Isolation in Haushalt und Familie mindestens angeknackst. Diese Voraussetzungen zu ändern, wird mehr Zeit brauchen als die Änderung des BGB.“

Bianca Dausend weiter: „Die jungen Frauen sind heute – 40 Jahre später –besser ausgebildet und qualifiziert. Die Berufsaussichten für junge Frauen sind gut. Aber, die Bezahlung: Noch immer beträgt die durchschnittliche Lohnlücke für gleiche oder gleichwertige Arbeit zwischen Frauen und Männern in Deutschland rund 21 Prozent.

Die Lohngerechtigkeit ist auch eine Frage der Arbeitszeit: Während Männer in Nordrhein-Westfalen nur zu 10 % in Teilzeit arbeiten, sind es bei den Frauen über 46 %. Die Lohnlücke schlägt sich dann auch voll in einer Rentenlücke nieder: Frauen haben eine um 53 % geringere eigene Alterssicherungsleistung als Männer*.“

„Auch 40 Jahre nach der Reform des Ehe- und Familienrechts in Deutschland, bleibt weiterhin viel zu tun. Aber dennoch: Zurückblickend hat sich vieles zum Positiven für Frauen und Männer verändert.“, so die Frauen Union im Kreis Unna abschließend.

*2015: Gender Pension Gap, zuletzt veröffentlicht im Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung

Post Author: Redaktion

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