Menge solidarisiert sich mit Festgenommenem: Fallbeispiel für „Polizeiarbeit im Jahre 2017“

Unter der deutlichen Überschrift „Polizeiarbeit im Jahre 2017“ berichtete die Pressestelle der Bundespolizei in Dortmund kürzlich über einen Zwischenfall, der für sie offenbar  prototypisch die „Polizeiarbeit im Jahre 2017“ abbildet. Er könnte sich damit ebenso auf einem anderen Bahnhof und in einer anderen Stadt im Ruhrgebiet oder sogar in Deutschland abspielen.

Im Kern geht es um ein zunehmendes Problem für die „Polizeiarbeit im Jahre 2017“: Ein (nicht selten einschlägig bekannter) Krimineller wird erwischt, sehr häufig auf frischer Tat,  und unerzüglich solidarisieren sich Unbeteiligte mit ihm und machen Front gegen die Polizei – von verbalen Bedrohungen bis zu Gewalttätigkeiten.

Häufig berichtetet die Bundespolizei oder auch die Dortmunder Polizei bereits über ähnliche negative Solidarisierungseffekte – wie bei diesem Vorfall am frühen Morgen des Maifeiertages im Hauptbahnhof Bochum.

Dort wurde gegen 2 Uhr  ein Polizeieinsatz auf einem Bahnsteig erforderlich. Ein krimineller Zugpassagier hatte in einer Regionalbahn versucht, einem 19jährigen Reisenden das Smartphone zu stehlen. Der junge Mann hatte das gemerkt, war mit dem verhinderten Dieb lautstark verbal aneinandergeraten, daraufhin flüchtete dieser im Hauptbahnhof aus dem Zug. Einsatzkräfte der Polizei waren rechtzeitig informiert worden und konnten den Flüchtenden nach kurzem Verfolgungssprint deshalb noch auf dem Bahnsteig festnehmen.

„Dieser fing daraufhin an, lautstark durch Wimmern und Weinen auf sich aufmerksam zu machen“, schildert die Bundespolizei, was im Folgenden geschah. Das war nämlich für die Einsatzkräfte etwas sehr ungenehmes und auch bedrohliches: Das durchdringende Wehklagen rief nämlich andere auf dem Bahnsteig anwesende Personen auf den Plan, die das Weinen und Wimmern zum Anlass nahmen, sich mit dem Festgenommenen zu solidarisieren und die Arbeit der Bundespolizisten erheblich zu stören.

„Erst auf der Wache beruhigte sich die Lage wieder. Dort stellte sich heraus, dass es sich bei dem 20-jährigen Asylbewerber um einen Intensivtäter handelte“, beendet die Polizei ihren Bericht, der wie bei der Bundespolizei gewohnt auch klar Ross und Reiter nennt:

Danach handelte es sich um einen 20 jährigen Asylbewerber aus Algerien, der bereits mehrfach bei Diebstählen in Zügen aufgefallen und als „Intensivtäter“ polizeibekannt sei. Vornehmlich hatte er in der Vergangenheit versucht, schlafende Reisende zu bestehlen.

Gegen den algerischen Staatsangehörigen, der über einen festen Wohnsitz in Bochum verfügt, wurde ein erneutes Ermittlungsverfahren wegen des Versuchs des gewerbsmäßigen Diebstahls eingeleitet. Haftgründe bestanden nicht. Für die Personen, die sich mit ihm auf dem Bahnsteig solidarisierten und die Polizeiarbeit massiv behinderten, hatte dieses Verhalten keine strafrechtlichen Konsequenzen.

 

Post Author: Redaktion

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